Drei Frauen, drei Perspektiven: Beim Tag der Vielfalt 2026 ging es um die Frage, was eine lebendige Demokratie ausmacht – und was jede und jeder zu ihrem Erhalt beitragen kann.

Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit – sie braucht Menschen, die sie schützen, gestalten und mit Leben füllen. Darüber diskutierten Mahnaz Jafary, Aktivistin aus dem Iran, Kathrin Anders, Landtagsabgeordnete der Wetterau für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, und Karin Frech, Geschäftsführerin der FAB gGmbH, bei einem Themennachmittag, zu dem die FAB gGmbH, FAB e.V. und das Mehrgenerationenhaus Wetterau am 15. September im Rahmen der Interkulturellen Wochen des Wetteraukreises nach Friedberg eingeladen hatten.Was man schätzt, das schützt man

Mahnaz Jafary machte den Wert von Freiheit aus persönlicher Erfahrung greifbar. Für ihren Einsatz für Menschenrechte und die Selbstbestimmung von Frauen im Iran war sie drei Jahre inhaftiert.

Demokratie müsse erlebbar sein. Jafary plädierte dafür, Menschen aktiv einzubinden – etwa durch ehrenamtliches Engagement. Besonders wichtig sei die Arbeit mit Migrantinnen: Sie zu stärken und ihnen Wege zu gesellschaftlicher und demokratischer Teilhabe zu eröffnen, sei ein wichtiger Beitrag zu gelebter Demokratie. „Was man schätzt, das schützt man!“, lautete ihre zentrale Botschaft.

Demokratie braucht Meinungsvielfalt

Kathrin Anders rückte die politische Perspektive in den Mittelpunkt: „Demokratie heißt: Ich darf meine Meinung sagen – und andere dürfen mir widersprechen.“ Gerade die offene Auseinandersetzung unterschiedlicher Positionen sei Ausdruck demokratischer Freiheit.

Zugleich thematisierte Anders die Repräsentanz von Frauen in der Politik. Anhand aktueller Zahlen verdeutlichte sie deren Unterrepräsentanz und forderte eine stärkere Beteiligung von Frauen in politischen Ämtern.

50:50 ist das Ziel

Karin Frech machte sich mit Nachdruck für gleichberechtigte Teilhabe stark. Als Geschäftsführerin sieht sie Organisationen und Unternehmen in der Verantwortung, Menschen unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Biografie echte Möglichkeiten zu eröffnen, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen mitzugestalten.

Für die Gleichberechtigung von Frauen formulierte Frech ein klares Ziel: „50:50 ist das Ziel.“ Frauen stellen die Hälfte der Bevölkerung – das sollte sich auch in Ämtern und Führungspositionen widerspiegeln.

Zugleich warb Frech für „positive Neugier“ im gesellschaftlichen Miteinander: offen auf Menschen mit anderen Hintergründen und Erfahrungen zuzugehen, zuzuhören und voneinander zu lernen. So könne Vielfalt nicht nur akzeptiert, sondern als Stärke gelebt werden.

Demokratie lebt vom Mitmachen

Unter der Moderation von Katja van Zoest, Mitarbeiterin der FAB gGmbH wurde auch das Publikum intensiv in den Austausch einbezogen. Fragen, Erfahrungen und unterschiedliche Sichtweisen machten unmittelbar erlebbar, was den Nachmittag prägte: Demokratie lebt von Beteiligung, Meinungsvielfalt und der Bereitschaft, miteinander im Gespräch zu bleiben.

Damit führte der Austausch immer wieder zum Titel zurück: „Demokratie – eine weise Entscheidung!“ Eine Entscheidung für Freiheit und Selbstbestimmung, für Gleichberechtigung und Vielfalt – und eine Entscheidung, die immer wieder neu mit Leben gefüllt werden muss.

Für den kulinarischen Rahmen und weitere Begegnungen sorgte das FAB-eigene K2 Catering (www.k2-genussfabrik.de) mit regionalem Fingerfood.

Die Botschaft des Nachmittags war klar: Demokratie ist wertvoll und nicht selbstverständlich. Sie zu erhalten, zu schützen und aktiv mitzugestalten, ist eine gemeinsame Aufgabe. Den Gedanken hinter dem Titel brachte Karin Frech zum Abschluss auf den Punkt: „Demokratie ist nicht weise, weil Mehrheiten immer weise entscheiden. Sie ist weise, weil sie uns erlaubt, frei entscheiden zu dürfen.“