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Eine Bombe schlug ein. Da wussten wir, dass wir weg mussten

27.09.2021 | FAB


Bericht über eine dramatische Flucht aus Syrien.

Friedberg. Fatma erzählte von den nächtlichen Bombeneinschlägen in der Nähe des Wohnhauses. Die Familie verließ sofort das Gebäude – kurze Zeit später explodierte das Haus. Auch Duaa berichtete: „Ich wohnte im sechsten Stock eines Hauses, im vierten schlug eine Bombe ein, die nicht explodierte. Da wussten wir, dass wir weg mussten“. Die beiden Schwestern flüchteten zusammen mit Duaas Ehemann und insgesamt sechs Kindern nach Deutschland. Erste Anlaufstelle nach der 14-tägigen Reise war München, von dort aus wurde sie nach Gießen gebracht.

Beim Tag der offenen Demokratie am 10.09.2021 wurden die beiden Frauen Duaa und Fatma, die zusammen vor sechs Jahren aus Syrien geflohen sind, interviewt. FAB-Mitarbeiterin Katja van Zoest führte die Gespräche und stellte Fragen zu Hintergründen und Ablauf der Flucht, wie die Frauen Deutschland erleben und wie es in Zukunft weitergehen soll.

 „Die beiden sind bestens integriert“ betonte Katja van Zoest mehrmals. Duaa und Fatma arbeiten heute beide bei der FAB gGmbH Friedberg als Sprachmittlerin, die sich für die Qualifizierung und (Wieder-)Eingliederung von benachteiligten Personen in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt einsetzt. Die Kinder von Fatma und Duaa gehen zu Schule und haben sich ein soziales Umfeld aufgebaut. Die beiden sind den Deutschen, die Ihnen geholfen haben, sehr dankbar. „Wir haben so viel von Deutschland bekommen. Jetzt will ich für Deutschland hilfreich sein“, sagt Duaa.

Trotzdem warten beide Familien noch auf eine sichere Aufenthaltsgenehmigung. Jederzeit könnten sie wieder zurück nach Syrien geschickt werden. Die beiden Frauen haben Angst um ihre Kinder, die hier größtenteils aufgewachsen sind. „Wenn man etwas so Schönes kennt, möchte man nicht zurück.“, so Duaa.

Diese und viele ähnliche Erlebnisse erzählen oft die Teilnehmer*innen der FAB-Bildungsangebote.  Neben der Vermittlung von den fachlichen Inhalten geht es auch um das Verarbeiten des Erlebten.

 

Bild: Duaa (v.l.) und Fatma im Interview mit FAB-Mitarbeiterin Katja van Zoest.

Bildquelle: FAB gGmbH

 

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